Anzahl der Cannabiskonsumenten bei Menschen mit Hang zur Depression deutlich höher

Jan 10, 2020 | Et Cetera

Die Anzahl der Personen, die unregelmäßig oder regelmäßig Cannabis konsumieren, ist bei Menschen mit Hang zu Depressionen doppelt so hoch gegenüber denjenigen, die nicht depressiv sind.

Forscher der Columbia University und der City University of New York (CUNY) führten die Studie durch, die zu diesen Ergebnissen kam. Ziel der Studie war es, Tendenzen in der Prävalenz des Cannabiskonsums und die Risikowahrnehmung des Cannabiskonsums von 2005-2017 unter US-Personen mit und ohne Depressionen zu ermitteln.

Die Daten für die Studie stammen aus der „National Survey on Drug Use and Health“, einer jährlich stattfindenden Umfrage, in der die Amerikaner gebeten werden, ihren Drogenkonsum, ihre psychische Gesundheit und andere gesundheitsbezogene Themen selbst zu melden.

Die Autoren der Studie haben die Daten von 728.691 Personen im Alter von 12 Jahren und älter herangezogen, die zwischen 2005 und 2017 an der Umfrage teilgenommen hatten. In diesem Datensatz untersuchten die Forscher die Antworten der Befragten mit Depressionen, sowie die Antworten derer, die innerhalb des letzten Monats Cannabis konsumiert haben. Die Autoren untersuchten auch, ob die Befragten der Meinung waren, dass mit dem regelmäßigen Cannabiskonsum ein „großes Risiko verbunden ist“ oder nicht.

Das Ergebnis im Überblick:
Insgesamt ist die Prävalenz des Cannabiskonsums bei allen Teilnehmern, die die Studie beantwortet haben, zwischen 2005 und 2017 leicht gestiegen. Es wird also immer mehr konsumiert, Prohibition hin oder her. 
Bei denjenigen, die an Depressionen leiden, fanden die Forscher jedoch heraus, dass der Cannabiskonsum viel häufiger war!
Im Klartext: Im Jahr 2017 gaben 18,9 Prozent der Befragten mit Depressionen an, innerhalb des letzten Monats Cannabis konsumiert zu haben, verglichen mit lediglich 8,7 Prozent der Befragten ohne Depression.
Auch beim täglichen Cannabis-Konsum gibt es Unterschiede. Während nur 2,9 Prozent der Teilnehmer ohne Depression angaben, Cannabis täglich zu konsumieren, waren es bei den Teilnehmern mit Depression mehr als doppelt so viele, nämlich 6,7 Prozent.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass Personen mit Depressionen weniger wahrscheinlich denken, dass die regelmäßige Verwendung von Cannabis keine signifikanten Risiken für sie darstellt. Bei der Betrachtung spezifischer demografischer Daten fanden die Forscher zudem noch weitere Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und Depression: Bei jüngeren Erwachsenen, die an Depressionen leiden, gaben 29,7 Prozent der 18-25-jährigen an, in den letzten 30 Tagen Cannabis konsumiert zu haben. Unter jungen Leuten mit Depression ist Cannabiskonsum also noch weiter verbreitet, als in anderen Altersgruppen.