Die Decarboxylierung

Dez 13, 2019 | Gesundheit

Wir haben in einem früheren Blogbeitrag bereits über den wissenschaftlichen Aspekt der Decarboxylation und über den Infusionsprozess geschrieben, wollen hier aber noch etwas genauer auf den Prozess an sich eingehen. Denn viele Leute wissen nicht wie man decarboxyliert, selbst wenn sie wissen, worum es sich dabei handelt. Wir klären auf.

Decarboxylation erklärt

Zuerst noch einmal kurz das „Wieso“ der Decarboxylation. Es ist simpel: Alle Cannabinoide, die in den Trichomen der rohen Cannabisblüten enthalten sind, besitzen einen zusätzlichen Carboxylring oder eine zusätzliche Gruppe (COOH). In den rohen Cannabisblüten ist vorwiegend THC-Säure enthalten, die nicht psychoaktiv wirkt. Durch Hitze wird dieses Carboxyl abgespalten, das Cannabis wird „aktiviert“ und die Säure wird zu D9-THC. Erst in dieser Form ist es psychoaktiv und verursacht einen Rausch, wenn es gegessen wird. Beim Rauchen decarboxyliert das Cannabis durch den Verbrennungsprozess, beim Backen muss nachgeholfen werden.

Wie Decarboxylieren?

In unserem Blogbeitrag zur Wissenschaft der Decarboxylation und Infusion haben wir erwähnt, dass es für diesen Prozess ein spezielles Produkt auf dem Markt gibt, den Ardent Lift. Doch dieses Gerät ist teuer und, auch wenn es sein Geld wert ist, kann es durch Hausmittel ersetzt werden. Denn zur Decarboxylation braucht man lediglich Hitze und ein Gefäß, in dem das Cannabis erhitzt werden kann.

Im Folgenden beschreiben wir einfache Methoden, um bspw. als Cannabpispatient, zu Hause seine Medizin zu Decarboxylieren.

Die Wasserbad-Methode

Hierfür wird das Cannabis einfach im heißen Wasser decarboxyliert. Da Wasser bei 100°C zu kochen beginnt, bleibt die Temperatur im Wasserbad sehr konstant, was sich für den Decarboxylations-Prozess sehr gut eignet. Die Blüten werden händisch zerkleinert und in einen geeigneten Kochbeutel gepackt. Der Beutel wird luftdicht verschlossen (damit kein Wasser eindringt) und ins Wasserbad gehängt.
Nach 90 Minuten ist der Prozess vollständig abgeschlossen und der Beutel kann aus dem kochenden Wasser genommen werden. Die Blüten können direkt als Gewürz verwendet, oder aber noch in Öl gelöst werden.

Die Ofen-Methode

Voraussetzung für diese Methode ist der Besitz/Zugang zu einem Backofen. Dieser wird auf 110°C eingestellt und sobald er aufgeheizt ist, werden die Blüten in ein Gefäß gepackt und mit Alufolie abgedeckt. Bei 110°C brauchen die Blüten nur ca. 30-45 Minuten, bis sie schön trocken, kross und bräunlich geworden sind. Es empfiehlt sich, die Blüten gleich nach dem Herausnehmen aus dem Ofen in den Tiefkühler zu stellen. So ist es noch möglich, dass einige Terpene erhalten bleiben, die andererseits verdampft wären.

Achtung: Beide Methoden produzieren teils ungewollte Nebenprodukte wie Gerüche! Wenn man seinen Nachbarn nicht unbedingt auf die Nase binden will, dass man Cannabispatient ist, sollte man also bedenken, dass es zu einer Geruchsentwicklung kommen wird.

Weiterverarbeiten in Öl?

Es ist nicht unbedingt nötig, die decarboxylierten Blüten noch mit Öl zu vermischen, da sie aktiviert und daher einsatzbereit sind. Man kann die Blüten wie Oregano oder Rosmarin als Gewürz einsetzen, sie auf ein Honigbrot streuen oder direkt in einem Kuchen verbacken. Das Mischen mit Öl verbessert jedoch die Aufnahme der Cannabinoide im Körper, und da THC und CBD lipophil – also in Fett löslich – sind, können sie ideal mit Ölen vermischt werden.


Bezüglich der Dosierung verweisen wir auf unseren früheren Blogbeitrag, bei dem wir uns bereits mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.

Viel Spaß beim Backen!