Legalisierung von Cannabis führt zu weniger Saufgelage unter Studenten

Jan 4, 2020 | Et Cetera

Die Legalisierung von Cannabis zu Freizeit-Zwecken führt zu sinkenden Zahlen der Saufgelage unter Studenten

Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie aus den USA, in der die Auswirkung einer Legalisierung von Cannabis zum Freizeitgebrauch auf Studenten hatte. Hierfür wurden über ein Jahrzehnt Daten erhoben und ausgewertet.

Die sektorübergreifende  „National College Health Assessment-II“ Umfrage wurde von 2008 bis 2018 zweimal jährlich an vierjährigen Colleges und Universitäten durchgeführt. Die Teilnehmer waren 18-26 Jahre alte Studenten, die das College in den Staaten besuchten, die Cannabis bis 2018 entweder bereits zu Freizeit-Zwecken legalisiert haben (n = 243.160) oder die dies noch nicht getan haben (n = 624.342). Es wurden also Studenten aus „legalen Staaten“ mit Studenten aus Staaten verglichen, in denen Cannabis immer noch illegal ist/ nur zu medizinischen Zwecken erlaubt ist. Die Ergebnisvariablen waren 

1) der selbstberichtete Nikotinkonsum
2) Saufgelage
3) illegaler Drogenkonsum
4) Missbrauch von verschreibungspflichtigen Stimulanzien, Beruhigungsmitteln und Opioiden. 

Forscher der Oregon State University verglichen den selbstberichteten Drogen- und Alkoholkonsum von fast einer Million College-Studenten über zehn Jahre (2008 bis 2018). 

Aus diesen Daten ist es nun möglich, Rückschlüsse zu ziehen und Zusammenhänge zu verstehen, die andererseits vielleicht unerklärlichen geblieben wären. Sie berichteten, dass die Prävalenz des Binge-Trinkens unter den 21- bis 26-Jährigen in Staaten, in denen der Zugang zu Cannabis für Erwachsene geregelt ist, im Vergleich zu anderen Staaten um zehn Prozent gesunken ist. Die Forscher berichteten über keinen Anstieg des Konsums von anderen kontrollierten Substanzen als Marihuana, mit Ausnahme des Konsums von Beruhigungsmitteln bei den unter 21-Jährigen.

Ein Resultat der Studie war also, dass (unter Berücksichtigung der Unterschiede zwischen den Staaten und der zeitlichen Entwicklung) die Legalisierung von Cannabis mit einem verringerten Vorkommen der „Saufgelage“ unter College-Studenten im Alter von 21 Jahren und älter verbunden ist. 
Leider kommen die Forscher aber auch zu dem Ergebnis, dass die Legalisierung in Verbindung zu einem erhöhten Missbrauch von Beruhigungsmitteln bei Minderjährigen steht.

Seit dem Beginn der Legalisierung in den einzelnen Staaten der USA wird immer wieder vermutet, dass die Legalisierung zu erhöhten Konsumzahlen führt. 
Diese Studie zeigt nun, dass dies der Fall ist, jedoch beobachteten die Forscher einen Rückgang des Rauschtrinkens und einen Anstieg des Beruhigungsmittelkonsums, die beide vom Alter abhängig waren. Es braucht, wie immer, einfach noch mehr Forschung, um endgültige Aussagen treffen zu können.